Musik-Apps im Vergleich

Musikstreaming auf dem Smartphone

Spotify, Deezer, Amazon Music, Apple Music und YouTube Music – Musik-Streaming-Apps sind aus dem Alltag von Kindern und Jugendlichen nicht wegzudenken. Doch welche App bietet den besten Schutz für jüngere Nutzerinnen und Nutzer? Wir haben fünf der populärsten Dienste unter die Lupe genommen und miteinander verglichen.

Was haben wir verglichen?

Im Mittelpunkt unseres Vergleichs stehen drei zentrale Bereiche:

  • Kinderschutz: Welche Schutzeinstellungen bietet die App für minderjährige Nutzer:innen?
  • Datenschutz: Wie transparent und sicher gehen die Anbieter mit persönlichen Daten um?
  • Features: Was kann die App darüber hinaus – z. B. Kinderprofil, Hörbücher oder Autoplay?
Mutter, Sohn und Vater liegen auf dem Bett und nutzen digitale Medien.

Der direkte Vergleich im Überblick

Die folgende Tabelle zeigt auf einen Blick, welche Schutzfunktionen die einzelnen Anbieter bieten. Dabei steht „Möglich“ für eine vollständig verfügbare Einstellung, „Eingeschränkt“ für begrenzte Optionen und „Nicht möglich“ für fehlende Funktionen. 

 

FunktionSpotifyDeezerAmazon MusicApple MusicYouTube Music
Kinderprofilnur im Abonur im Abomöglicheingeschränktnicht möglich
Inhalte filternmöglichmöglichmöglichmöglicheingeschränkt
Hörzeit begrenzenmöglicheingeschränktmöglichmöglicheingeschränkt
Inhalte blockierenmöglicheingeschränktnicht möglichnicht möglicheingeschränkt
Autoplay deaktivierenmöglichnicht möglicheingeschränkteingeschränktnicht möglich
Videos deaktivierenmöglichKeine VideosKeine Videosmöglichnicht möglich
Nachrichten von Fremdenmöglich ⚠nicht möglichnicht möglichnicht möglichnicht möglich
Profil auf privatmöglichmöglichmöglicheingeschränktmöglich
Cookie-Einstellungenmöglichmöglichmöglichunbekanntvia Google-Konto
Hörbüchernur im Abonur im Abonur im Abonicht möglichmöglich

Beachte, dass sich die Funktionen bei den Anbieter häufig verändern!

Welcher Dienst bietet Kinderprofile an?

Ein Kinderprofil ist eine der effektivsten Schutzmaßnahmen, um deinem Kind die Nutzung von Streaming-Anbietern zu erlauben. Doch nicht alle Anbieter bieten ein Kinderprofil an. Hier die wichtigsten Unterschiede:

Spotify

Das Spotify Kids-Profil ist ausschließlich über das kostenpflichtige Premium Family Abo verfügbar. Kinder ab 13 Jahren können kein eigenes Kinderkonto mehr anlegen, können jedoch als Familienmitglied hinzugefügt werden.

Deezer

Deezer bietet ein Kinderprofil für Kinder bis 12 Jahre über das Family-Konto an. Danach wird automatisch auf ein normales Profil umgestellt – der Admin kann jedoch weiterhin explizite Inhalte verbergen.

Amazon Music

Amazon Music bietet kein Kinderprofil innerhalb der App selbst. Schutz ist nur über mit Amazon verbundene Geräte und das Eltern-Dashboard möglich. Eine Anleitung hierzu findet sich auf medien-kindersicher.de.

Apple Music

Apple Music bietet ebenfalls kein eigenes Kinderprofil. Kinder unter 13 Jahren müssen eine Apple-ID über die Eltern anlegen. Anschließend können Schutzeinstellungen über die Apple-Funktion „Bildschirmzeit“ vorgenommen werden.

YouTube Music

YouTube Music bietet kein Kinderprofil an. 
Du kannst aber innerhalb der App oder über Google Family Link Schutzeinstellungen vornehmen. 

Streaming-Dienste auf Ihr Kind anpassen

Wenn Du Deinem Kind die Nutzung von Musik-Apps erlauben möchtest, empfehlen wir folgende Einstellungen: 

  • Schutzeinstellungen aktivieren: Inhaltsfilter, Profilschutz und Zeitbegrenzungen einrichten.
  • Nachrichten-Funktion bei Spotify deaktivieren. Das geht auch ohne Premium-Abo.
  • Kinderprofil nutzen, wo verfügbar (Spotify Family Abo, Deezer Family-Konto).
  • Nutzungszeiten auf jedem Gerät extra einstellen. 
  • Bei YouTube Music: Eingeschränkten Modus auf jedem Gerät separat aktivieren und zusätzlich Google Family Link nutzen. Für jüngere Kinder lieber auf YouTube Kids setzen.

Kostenlose Schritt-für-Schritt-Anleitungen

Logo von Medien-kindersicher

Ausführliche Schritt-für-Schritt-Anleitungen, wie du all diese Einstellungen vornehmen kannst, findest Du auf Medien-kindersicher.de 
Dort findest Du kostenlose Schritt-für-Schritt-Anleitungen für sämtliche weitere Streaming-Anbieter. Z.B.: Netflix, Disney+ und Prime Video etc. 

 

Unsere Einschätzung: Kein Anbieter ist perfekt

Fazit:

  • Den perfekten Anbieter für Kinder und Jugendliche gibt es nicht. Jeder Dienst hat Stärken und Schwächen.
  • Unangemessene Inhalte können zwar gefiltert werden – besonders auf Deezer, Amazon Music und Apple Music kann ein Kind jedoch jedes Lied selbst erneut suchen und anhören.
  • Die Kennzeichnung als „Explizit“ ist nicht immer nachvollziehbar. Auf Deezer wurde beispielsweise sogar Bibi Blocksberg mit einem „E“ markiert und ist damit für Kinder eingeschränkt. Bei YouTube Music obliegt die Kennzeichnung allein Künstlern und Labels – die Zuverlässigkeit variiert daher stark.
  • Spotify hat auf den ersten Blick die meisten Schutzeinstellungen, viele davon sind jedoch nur im kostenpflichtigen Abo verfügbar.
  • Besonders kritisch bei Spotify: die Nachrichten-Funktion, über die Fremde Kinder kontaktieren könnten. Diese lässt sich jedoch auch ohne Abo deaktivieren.
  • YouTube Music ist ein Sonderfall: Als Plattform mit Musikvideos birgt sie zusätzliche Risiken gegenüber reinen Audio-Diensten. Der eingeschränkte Modus bietet nur begrenzten Schutz und muss manuell auf jedem Gerät aktiviert werden. Für jüngere Kinder empfehlen wir stattdessen YouTube Kids.

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Tokjona Tusha

Tokjona hat ihren Master in Medien und Kommunikation an der Universität Passau mit einem Schwerpunkt in Medienpädagogik und Mediendidaktik abgeschlossen. Während ihres Studiums hat sie sich mit digitalen Lehr-Lern Konzepten sowie der Medienkompetenz von Lehrkräften und Schüler:innen auseinandergesetzt. In ihrer Abschlussarbeit hat sie die Bildungsungerechtigkeit während der Covid-19-Pandemie aus medienpädagogischer und bildungspolitischer Perspektive untersucht.

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