Die beliebtesten Games bei Kindern und Jugendlichen

In der heutigen Zeit sind Videospiele ein fester Bestandteil des Alltags vieler Kinder und Jugendliche. Laut der KIM-Studie 2022 waren die drei beliebtesten Spiele von Kindern (6 bis 13 Jahren) Minecraft, FIFA und Fortnite. Was macht aber diese Spiele so beliebt und welche Vor- und Nachteile ergeben sich für Ihr Kind?

1. Minecraft

Auf Platz 1 der beliebtestens Spiele steht Minecraft.
Minecraft ist ein Sandbox-Videospiel. Die Spieler:innen können eine Welt erkunden, die nur aus Blöcken besteht. Dieses Spiel ähnelt einem digitalen Lego-Set, bei dem die Möglichkeiten zum Bauen und Gestalten nahezu unbegrenzt sind. Kinder können in dieser Welt alleine oder gemeinsam mit anderen Spieler:innen kreativ sein. 
Im Einzelspielermodus beginnt das Spiel in einer zufällig generierten Welt, in der die Spieler:innen mit dem Sammeln von Ressourcen beginnen – bspw. indem sie Bäume schlagen, Erde graben oder Steine abbauen.

Mit diesen Materialien können sie Werkzeuge herstellen, Unterkünfte bauen und sich gegen verschiedene Kreaturen verteidigen. Das Spiel hat hierbei kein übergeordnetes Ziel und so kann jeder sein eigenes Ziel und Projekt gestalten. Von vielen Kindern und Jugendlichen wird aber angestrebt, den sogenannten “Enderdrachen” zu besiegen – eine Art Bossgegner, den man nur durch ein spezielles Portal erreichen kann.
Neben dem Einzelspielermodus gibt es die Möglichkeit, auf verschiedenen Servern zu spielen, die jeweils eigene Welten mit speziellen Regeln, Gemeinschaftsrichtlinien und Spielmodi bieten. Einige Server fokussieren sich auf kreative Projekte, bei denen Spieler:innen zusammenarbeiten, während andere Server sich auf das Überleben, Abenteuer oder Minispiele konzentrieren. Einige davon bieten auch Chatfunktionen an, sodass die Spieler:innen gemeinsam in Kontakt treten können.

Der Erfolg von Minecraft ist auch an der riesigen Online-Community zu erkennen. Kinder und Jugendliche entdecken Minecraft oft durch Let’s-Play-Videos auf Plattformen wie YouTube oder Twitch, wo sie sehen, wie andere Spielende ihre eigenen Welten gestalten und Abenteuer erleben. Dies inspiriert sie häufig, ihre eigenen Ideen im Spiel umzusetzen und mit der globalen Minecraft-Community in Kontakt zu treten.

Was lernen die Kinder mit Minecraft?

Mit Minecraft entwickeln Kinder wichtige Fähigkeiten wie Problemlösung und räumliches Denken, indem sie in einer blockbasierten Welt Ressourcen sammeln, Strukturen bauen und Herausforderungen meistern. Sie üben sich in Orientierung und Umweltbewusstsein, indem sie Nahrung beschaffen und verstehen, dass Ressourcen nachhaltig genutzt werden müssen. Im Multiplayer-Modus lernen sie zudem, im Team zu arbeiten und effektiv zu kommunizieren, was ihre sozialen Kompetenzen stärkt.

Gibt es auch Nachteile?

Minecraft hat kein natürliches Ende und besonders Kinder verlieren beim Spielen das Zeitgefühl. Achten Sie deshalb auf die Bildschirmzeiten Ihres Kindes!
Ein weiterer Nachteil betrifft die Online-Interaktionen auf verschiedenen Servern. Da Kinder auf diesen Servern mit Fremden in Kontakt kommen können, besteht die Möglichkeit, dass sie unangemessenen Inhalten oder Verhaltensweisen ausgesetzt sind. Es ist wichtig, dass Sie ein Auge auf die Online-Aktivitäten Ihres Kindes haben und über richtiges Online-Verhalten sprechen

2. FIFA

Auf der Liste beliebter Videospiele für Kinder und Jugendliche steht FIFA und FIFA Mobile ebenfalls ganz weit oben. Dieses Fußball-Videospiel ermöglicht es die Lieblingsfußballteams zu steuern und gegen andere Teams anzutreten, sowohl im Einzelspieler- als auch im Mehrspielermodus. Spieler:innen können in verschiedenen Spielmodi antreten: Von schnellen Freundschaftsspielen bis hin zu umfangreichen Karrieremodi, wo sie die Rolle von Manager:innen und Spieler:innen übernehmen können. 

Was lernen Kinder mit FIFA?

Beim Spielen von FIFA entwickeln Kinder und Jugendliche ein besseres Verständnis für Fußball, einschließlich der Regeln, Strategien und Teamdynamiken. Sie üben Entscheidungsfindung und strategisches Denken, indem sie Aufstellungen planen, Spielertransfers durchführen und während der Spiele taktische Entscheidungen treffen. Außerdem erlernen Kinder eine gute Hand-Augen-Koordination, weil sie immer das ganze Feld im Blick behalten und auf ändernde Situationen reagieren müssen.

Gibt es auch Nachteile?

FIFA ist ein sehr zeitaufwendiges Spiel – gerade für Spieler:innen, die im Kariere-Modus oder Online-Wettbewerb spielen.
Die jährliche Veröffentlichung neuer FIFA-Versionen kann zu Enttäuschung führen, besonders wenn vorherige Investitionen in Zeit und Geld durch Änderungen entwertet werden.
Der Online-Mehrspielermodus von FIFA kann zu unangemessenen Interaktionen und aggressivem Verhalten führen, das letztlich in Beleidigungen oder Cybermobbing münden kann.
Beachten Sie außerdem, dass die Kosten für das Spiel selbst, sowie weitere In-Game- und In-App-Käufe, schnell steigen können.
Wichtig zu beachten sind noch die sogenannten Packs. Packs erhalten Spieler:innen als eine Art Belohnung oder Bonus, wenn Sie das Spiel spielen. Dadurch spielen Kinder gerne viel länger. Die Packs sind eine Art Überraschungsbox, die beispielsweise teure Spieler wie Ronaldo enthalten kann. Weil sich Kinder diese Spieler besonders wünschen, warten sie nicht auf die Packs, sondern kaufen sich diese in der Hoffnung, dass gute Spieler darin enthalten sind. Sprechen Sie mit Ihrem Kind, dass es sich hierbei um ein Glücksspiel handelt, dass nicht nur teuer ist, sondern auch süchtig machen kann.

3. Fortnite

Fortnite ist ebenfalls ein beliebtes Online-Multiplayer Spiel.
Spieler:innen landen auf einer Insel und kämpfen gegeneinander. Dabei nutzen sie verschiedene Waffen. Besonders beliebt ist das Spiel bei Kindern aufgrund der Grafik, der ständigen Updates und des Battle-Royale-Modus. Der Battle-Royale-Modus ist ein Spielmodus, in dem 100 Spieler:innen gegeneinander antreten, bis nur noch einer oder ein Team übrig ist. Die Spieler müssen Ausrüstung sammeln, Gegner besiegen und sich innerhalb eines sicheren Bereichs aufhalten, um zu überleben und zu gewinnen.

Was lernen die Kinder in Fortnite?

In Fortnite lernen Kinder im Team zu kommunizieren und zu agieren. Sie erlernen dabei die Bedeutung von Teamarbeit, um gemeinsam Ziele zu erreichen. Das Spiel fördert strategisches Denken und Planung, da Spieler:innen Verteidigungsstrategien entwickeln, schnelle Entscheidungen treffen und ihre Hand-Augen-Koordination verbessern müssen. Kinder lernen auch, sich schnell an verändernde Situationen anzupassen und Risiken abzuwägen.

Gibt es auch Nachteile?

Zwar gibt es bei Fortnite im Gegensatz zu Minecraft ein natürliches Ende, aber auch hier verbringen Kinder viel Zeit mit dem Spielen. Besonders, weil das Spiel unter Kindern sehr beliebt ist und sie mit ihren Freunden im Battle-Royale-Modus spielen können.
Zudem ermöglicht die Sprach-Chat-Funktion in Fortnite die Kommunikation mit anderen Spielern, was zu positiven sozialen Interaktionen führen kann, jedoch auch Risiken wie Beleidigungen oder unerwünschten Kontakt mit Fremden birgt. Eltern sollten daher die Online-Aktivitäten ihrer Kinder im Blick behalten und mit ihnen über sicheres Online-Verhalten sprechen
Als Shooter-Spiel enthält Fortnite stumpfe Gewalt, die für jüngere Kinder unangemessen sein kann. Sie können gemeinsam mit Ihrem Kind spielen und sich ein Bild davon machen und so besser entscheiden, ob Sie Ihrem Kind das Spiel erlauben oder nicht.
Das Spiel ist zwar kostenlos, Kinder können allerdings In-Game-Käufe tätigen.

Fazit

Zeigen Sie Interesse für die Spiele, die Ihr Kind spielt, und nehmen Sie sich ein wenig Zeit, diese gemeinsam zu erkunden. Indem Sie sich mit Ihrem Kind über die Inhalte austauschen, können Sie besser potenziellen Risiken ausmachen und Ihr Kind aufklären. Außerdem kann es auch Spaß machen, gemeinsam Strategien für die Spiele zu entwickeln.
Anstatt Spiele willkürlich zu verbieten, ist es effektiver, mit Ihrem Kind über dessen Spielerfahrungen zu sprechen und es zu ermutigen, kritisch über die Vor- und Nachteile nachzudenken. Dies fördert nicht nur ein sicheres Spielumfeld, sondern auch die Entwicklung der Medienkompetenz. Denken Sie daran, dass eine Zeit kommen wird, in der die Kinder eigenständig entscheiden, welche Spiele sie spielen möchten. Die Grundlage, die Sie jetzt schaffen, indem Sie sie unterstützen und leiten, wird Ihrem Kind dabei helfen, zukünftig bessere Entscheidungen zu treffen.

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Tokjona Tusha

Tokjona Tusha

Tokjona hat ihren Master in Medien und Kommunikation an der Universität Passau mit einem Schwerpunkt in Medienpädagogik und Mediendidaktik abgeschlossen. Während ihres Studiums hat sie sich mit digitalen Lehr-Lern Konzepten sowie der Medienkompetenz von Lehrkräften und Schüler:innen auseinandergesetzt. In ihrer Abschlussarbeit hat sie die Bildungsungerechtigkeit während der Covid-19-Pandemie aus medienpädagogischer und bildungspolitischer Perspektive untersucht.

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