Manosphere-Influencer auf Social Media: Warum sie für Jugendliche so gefährlich sind
Selbstbewusst, dominant, erfolgreich – so inszenieren sich Manosphere-Influencer auf TikTok, Instagram und YouTube. Was auf den ersten Blick wie harmlose Motivation wirkt, ist oft ein Einstieg in toxische Männlichkeitsbilder und frauenfeindliche Ideologien. Warum gerade männliche Jugendliche anfällig für diese Inhalte sind – und wie du sie dabei begleiten kannst.
Was sind Manosphere-Influencer?
Manosphere-Influencer sind Teil einer Online-Szene, in der sich alles um „echte Männlichkeit“ dreht. Sie vertreten ein Weltbild, das sich gegen Gleichberechtigung stellt und traditionelle Rollenbilder verherrlicht. Ihre Botschaft: Männer sollen stark, unabhängig und überlegen sein – alles Weibliche gilt als schwach oder schädlich.
Inhalte von Influencern wie Andrew Tate, Maximilian Pütz oder Jordan Peterson wirken auf den ersten Blick wie Lifestyle-Tipps oder Fitnessmotivation. Doch oft steckt dahinter ein gefährlicher Mix aus Frauenverachtung, Abwertung von LGBTQIA+-Menschen und verschwörungsideologischen Erzählungen.
Warum faszinieren diese Influencer Jugendliche?
Gerade männliche Jugendliche fühlen sich in der Pubertät auf der Suche nach Orientierung. Sie wollen dazugehören, stark und erfolgreich sein – und genau hier setzen Manosphere-Influencer an. Sie inszenieren sich als Vorbilder, die es geschafft haben, und sprechen direkt die Gefühle von Jugendlichen an. Drei Dinge machen sie besonders wirkungsvoll:
- Identifikation: Jugendliche sehen in diesen Influencern scheinbar starke Männer, mit denen sie sich vergleichen oder sogar messen wollen.
- Vertrauen und emotionale Nähe: Durch persönliche Videos, direkte Ansprache oder Livestreams entsteht eine sogenannte parasoziale Beziehung – also eine einseitige Verbindung, die sich wie eine echte Freundschaft anfühlt.
- In- und Outgroup-Denken: Wer dazugehört, ist ein „echter Mann“. Wer kritisch denkt, Feminismus unterstützt oder sich als „sensibel“ zeigt, gehört zur „anderen Seite“. Diese Spaltung stärkt das Gemeinschaftsgefühl – aber auch Vorurteile und Abwertung.
Welche Rolle spielen soziale Medien?
Plattformen wie TikTok oder YouTube funktionieren über Algorithmen: Was viel geklickt wird, wird weiter ausgespielt. Und genau das passiert bei provokanten Aussagen, polarisierenden Meinungen oder kontroversen Thesen.
Problematisch ist, dass viele Manosphere-Videos auf den ersten Blick gar nicht gefährlich wirken. Sie sind professionell gemacht, wirken motivierend oder „witzig“ – doch je tiefer man einsteigt, desto klarer wird die dahinterstehende Ideologie.
Wenn Jugendliche einmal in diesen Content hineinrutschen, wird ihnen mehr davon angezeigt – bis sie fast nur noch diese Art von Weltbild sehen. Eine kritische Haltung geht so leicht verloren.
Was kannst du tun?
Je besser du verstehst, was Jugendliche an diesen Influencern fasziniert, desto leichter fällt dir das Gespräch darüber. Wichtig ist: Nicht verurteilen oder lächerlich machen, sondern zuhören, hinterfragen und Alternativen anbieten.
Diese Tipps helfen dir dabei:
- Sprich offen über Männlichkeitsbilder und soziale Rollen.
- Zeige Interesse, was dein Kind oder deine Schüler:innen konsumieren.
- Thematisiere, dass viele Influencer ein verzerrtes Bild von Realität zeigen.
- Nutze Plattformen, die altersgerechte Informationen bieten.
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Fazit
Manosphere-Influencer sind für viele Jugendliche mehr als nur Content-Creator – sie werden zu vermeintlichen Vorbildern, denen man vertraut. Gerade deshalb ist es so wichtig, dass du weißt, wie diese Inhalte funktionieren und welche Werte sie vermitteln. So kannst du Jugendliche stark machen und ihnen helfen, kritisch zu bleiben.