Wie finde ich geeignete Spiele für mein Kind?
Digitale Spiele können unterhaltsam und lehrreich sein, bringen aber auch Herausforderungen mit sich. Als Eltern musst du dabei nicht alles selbst beurteilen – wichtig ist, das Thema ernst zu nehmen und sich bei Bedarf Unterstützung zu holen.
Chancen digitaler Spiele
- Förderung von Kreativität und Problemlösungsdenken
- Entwicklung sozialer Kompetenzen, z. B. durch Teamspiele
- Stärkung von Empathie und strategischem Denken in erzählbasierten Spielen
Mögliche Herausforderungen
- Inhalte mit Gewalt oder Überforderungspotenzial
- Hoher Zeitaufwand oder Suchtgefahr bei manchen Spielkonzepten
- Themen, die Kinder emotional belasten können
Spielgenres: Welches Spiel passt zu welchem Kind?
Die Vielfalt digitaler Spiele ist groß. Diese grobe Einordnung hilft bei der Orientierung:
- Puzzlespiele – fördern logisches Denken, ideal für jüngere Kinder
- Abenteuerspiele – regen Fantasie und kreative Lösungswege an
- Sportspiele – trainieren Reaktionsfähigkeit und Koordination
- Rollenspiele (RPGs) – ermöglichen Perspektivwechsel, eignen sich eher für ältere Kinder
- Simulationen – vermitteln Alltagswissen und komplexe Zusammenhänge
Es lohnt sich, das Spielverhalten des eigenen Kindes zu beobachten und gegebenenfalls auf Empfehlungen und Erfahrungen Dritter zurückzugreifen.
Altersfreigaben: Was sagen USK und PEGI?
Alterskennzeichen geben einen ersten Hinweis, wie geeignet ein Spiel für dein Kind ist.
USK (Deutschland)
- Altersfreigaben von „ab 0“ bis „ab 18“. Was die Abstufungen genau bedeuten, kannst du hier nachlasen: Das bedeutet die USK
- Berücksichtigt auch emotionale Belastung, Online-Interaktionen und potenzielle Suchtgefahren.
PEGI (Europa)
- Einstufungen von „PEGI 3“ bis „PEGI 18“
- Symbole zeigen, welche Inhalte im Spiel enthalten sind (z. B. Gewalt, Sprache, Käufe)
Die Altersfreigabe hilft bei der Orientierung, ersetzt aber nicht die individuelle Einschätzung – vor allem im Hinblick auf das persönliche Erleben des Kindes.
Unterstützung bei der Auswahl: Diese Quellen helfen weiter
Du musst Spiele nicht allein bewerten. Zahlreiche Plattformen bieten verlässliche Informationen:
- Spielbar.de – Pädagogische Bewertungen und Spielbeschreibungen
- Spieleratgeber NRW – Altersgerechte Empfehlungen und Tipps
- Schau hin! – Infos rund um Medienerziehung im Familienalltag
Der Dialog mit deinem Kind ist entscheidend
Die Auswahl des richtigen Spiels für dein Kind ist eine gemeinsame Verantwortung. Es reicht nicht aus, nur Altersfreigaben zu überprüfen oder Spielbewertungen zu lesen. Vielmehr ist es entscheidend, ins Gespräch mit deinem Kind zu kommen. Durch den Dialog über die Spiele, die es spielt, kannst du viel besser verstehen, wie dein Kind die Inhalte wahrnimmt und welche Themen es beschäftigen.
Ein wichtiger Tipp: Setze dich gemeinsam mit deinem Kind oder Jugendlichen zu den Spielen. Dies kann nicht nur ein wertvoller Moment des Austauschs sein, sondern ermöglicht es dir auch, das Spiel direkt zu erleben und zu verstehen. So kannst du die Inhalte aus erster Hand beurteilen und hast einen besseren Zugang zu den Gedanken und Gefühlen deines Kindes während des Spielens.
- Zeige Interesse: Frage dein Kind, was es an den Spielen spannend findet und welche Erfahrungen es gemacht hat.
- Verstehe die Auswirkungen: Achte darauf, wie das Spiel das Verhalten und die Stimmung deines Kindes beeinflusst.
- Regelmäßiger Austausch: Ein kontinuierliches Gespräch hilft, problematische Inhalte frühzeitig zu erkennen und fördert ein gesundes Medienverständnis.
Es ist wichtig, dass du den Medienkonsum deines Kindes begleitest und ihm hilfst, zwischen Unterhaltungswert und möglichen problematischen Inhalten zu unterscheiden. Auch wenn ein Spiel für das Alter deines Kindes freigegeben ist, können bestimmte Themen oder Spielmechaniken dennoch kritisch betrachtet werden.
Indem du dich aktiv mit den Spielen beschäftigst und regelmäßig in den Austausch gehst, trägst du dazu bei, dass dein Kind nicht nur Spaß am Spielen hat, sondern auch eine gesunde und reflektierte Mediennutzung entwickelt.
Technische Schutzfunktionen nutzen:
Dein Kind möchte Spiele wie Fortnite, Roblox, Minecraft oder Brawl Stars spielen?
Hier findest du Schritt-für-Schritt-Anleitungen, um dein Kind auf diesen Apps zu schützen. Besonders wichtig ist dabei, das Kinderkonto mit dem Elternkonto zu verknüpfen. So können Eltern beobachten, welche Spiele das Kind spielt und mit wem es in Kontakt steht: medien-kindersicher.de