Medien wie Filme oder Apps haben häufig eine Altersfreigabe. Diese steht immer in einem kleinen farbigen Viereck. Bei Filmen und Serien ist für die Vergabe der Altersgrenze die Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK) zuständig, bei Spielen und Apps die Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK).
Welche Altersabstufungen es gibt und wie Medien in diese sortiert werden, findest Du in diesem Post.
Warum gibt es Altersfreigaben?
Das Ziel von FSK und USK ist der Jugendmedienschutz. Die Freigaben zeigen an, ab welchem Alter ein Medium ohne negative Folgen wie langanhaltende Angst, emotionale Belastungen oder die Befürwortung von Gewalt oder Hass konsumiert werden kann. Kinder und Jugendliche sollen vor Medien geschützt werden, die:
- ihre Entwicklung beeinträchtigen,
- ihr Selbstwertgefühl oder ihre Persönlichkeit verletzen,
- oder die Menschenwürde anderer Personen missachten.
Außerdem wird berücksichtigt, wie süchtig die Medien machen und wie leicht es ist, wieder davon wegzukommen.
Genauso wichtig ist allerdings auch, dass Kindern und Jugendlichen nicht einfach alles verboten wird. Denn sie sollen an Filmen, Spielen und digitalen Trends teilhaben können und dabei lernen, sicher und bewusst mit Medien umzugehen.
Die USK und FSK sind oft (aber nicht immer) als Empfehlungen und nicht strikte Vorgaben zu verstehen. Wann die strikten Vorgaben eingreifen, ist weiter unten zu lesen.
Parental Guidance bei FSK 12
Um den Zugang zu Medien für Kinder nicht unverhältnismäßig einzuschränken, gibt es die „Parental-Guidance-Regelung“. Diese ermöglicht es Kindern, in Begleitung eines Elternteils oder einer von den Eltern beauftragten erwachsenen Person, schon ab 6 Jahren Filme anzuschauen, die erst ab 12 Jahren freigegeben sind. Dadurch wird den Eltern die Freiheit und zugleich die Verantwortung gegeben, selbst einzuschätzen, ob der Film für ihr Kind bereits geeignet oder ob er noch zu belastend ist. Ist das Kind aber unter 6 Jahren, darf der Film im Kino auch in Begleitung nicht angeschaut werden. Genauso dürfen Filme ab 16 auch nur ab 16 Jahren angeschaut werden.
Wie kommen die Altersfreigaben zustande?
Damit ein Film oder eine Serie überhaupt geprüft wird, muss die Prüfung bei der FSK beantragt werden. Das ist nicht verpflichtend, aber praktisch wird jeder Film in Deutschland von der FSK geprüft.
Der Film wird von einem Team aus 3-8 ehrenamtlichen Prüfenden angeschaut und dann anhand der von der FSK auf Grundlage des Jugendschutzgesetzes festgelegten Kriterien bewertet und eine Altersfreigabe bestimmt. Falls die Filmproduzierenden mit dem Ergebnis nicht einverstanden sind, kann Einspruch eingelegt und der Film nochmal von anderen Prüfer*innen getestet werden.
Die Altersstufen kurz erklärt
Damit klar ist, wie die Freigaben zustande kommen, hier ein Überblick über die wichtigsten Kategorien der FSK und USK:
- 0 Jahre: Diese Filme oder Spiele sind harmlos. Es gibt nichts, was kleine Kinder erschreckt oder verunsichert.
- 6 Jahre: Es kann mal spannend oder ein bisschen gruselig werden, aber nur kurz und danach geht alles gut aus.
- 12 Jahre: Kinder ab 12 können die Geschichten gut verstehen und einordnen. Es gibt keine Figuren, deren schlechtes Verhalten zum Nachmachen einlädt. Gewaltdarstellungen wirken unrealistisch oder werden durch die Handlung eingeordnet (zum Beispiel bei der Aufklärung eines Kriminalfalls).
- 16 Jahre: Jugendliche können erkennen, wenn etwas übertrieben dargestellt ist. Sie verstehen besser, dass es „nur ein Film/Spiel“ ist. Kommt in Filmen viel Gewalt oder Diskriminierung ohne Einordnung vor, können diese erst ab 16 Jahren freigegeben werden.
- 18 Jahre: Diese Inhalte sind für Kinder und Jugendliche zu heftig oder belastend, da sie hauptsächlich Gewalt beinhalten.
Wo gelten die Altersfreigaben?
Prinzipiell gelten die von der FSK festgelegten Altersfreigaben überall in der Öffentlichkeit. Eine Ausnahme bildet nur die bereits erläuterte Parental-Guidance-Regelung, mit der auch 6-jährige Kinder schon Filme ab 12 schauen dürfen.
Da man im Fernsehen nicht kontrollieren kann, wer welche Inhalte sieht, dürfen Filme ab 16 und 18 Jahren erst ab 22 beziehungsweise 23 Uhr gezeigt werden. Welche Medien Eltern den Kindern Zuhause aber zugänglich machen, wird nicht geprüft.
Was passiert mit wirklich gefährlichen Inhalten?
Medien, die (schwer) jugendgefährdend sind – zum Beispiel durch Gewalt- oder Kriegsverherrlichung, Rassismus oder demokratiefeindliche Botschaften –, können auf die Liste jugendgefährdender Medien gesetzt werden. Diese dürfen Kindern und Jugendlichen nicht zugänglich gemacht und in besonders schweren Fällen auch nicht verbreitet und beworben werden.
Besonderheiten bei digitalen Spielen und Apps
Zusätzlich zu den inhaltlichen Gefahren prüft die USK bei Spielen und Apps mittlerweile, ob moderne digitale Risiken bestehen. Dazu gehören zum Beispiel:
- Kommunikations- und Kontaktfunktionen
- Kaufoptionen und In-App-Käufe
- Glücksspielähnliche Mechaniken
- Mechaniken, die übermäßiges Spielen fördern
- Weitergabe von Nutzungsdaten ohne Einwilligung
- nicht altersgerechte Werbung
Altersfreigaben für Apps können sich zwischen dem Google Play Store und dem Apple App Store unterscheiden: Im Google Play Store gelten die USK-Einstufungen, der Apple App Store verwendet eigene Altersangaben.
Warum das alles wichtig ist
FSK- und USK-Freigaben sorgen dafür, dass Kinder und Jugendliche Medien nutzen können, ohne überfordert oder negativ beeinflusst zu werden und gleichzeitig am gesellschaftlichen Leben teilhaben können. Eltern dienen sie als Orientierung und helfen dabei, Medienkompetenz Schritt für Schritt aufzubauen.