Materialien zum Medienethik-Workshop

Memes: Paket 3

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Memes: Hintergrundwisssen

Oft fehlt im digitalen Alltag der Bezug zu der grausamen Realität, die hinter historischen Symbolen (Hakenkreuz, Hitlergruß etc.) steckt. In diesem Paket erfährst du, wie das systematische Vorgehen während der NS-Zeit organisiert war.“

Hintergrundtext zum Meldebogen

Bei diesem Dokument handelt es sich um eine Kopie eines 1939/1940 erstellten Euthanasie-Meldebogens. Diese Bögen wurden an Heil- und Pflegeanstalten im Deutschen Reich versendet und mussten vom Pflegepersonal sowie von Ärztinnen und Ärzten ausgefüllt werden.

Die „Aktion T4“

Innerhalb der sogenannten „Aktion T4“ wurde anhand dieses Dokuments entschieden, ob die Patient*innen als „brauchbar“ oder „unbrauchbar“ für die Gesellschaft eingeschätzt wurden. Der Name „T4“ leitet sich von der Berliner Tiergartenstraße 4 ab – dem Ort, an dem die Nationalsozialisten die Morde an kranken und behinderten Menschen planten. 

Die Entscheidungspraxis

Die Entscheidung über Leben und Tod wurde durch insgesamt drei ärztliche Gutachter*innen getroffen. Ausschlaggebend war dabei das Zeichen in der schwarz umrandeten Box unten links:

  • Rotes Plus: Die Person wurde als „unbrauchbar“ erachtet.

  • Konsequenz: Die Einlieferung in eines von sechs Tötungszentren, in dem die Patienten mit Kohlenmonoxid ermordet wurden.

Die Familien der Angehörigen wurden belogen. Sie erhielten die Benachrichtigungen, dass ihre Angehörigen beispielsweise durch einen Herzinfarkt verstorben seien. Auch der Ort des Todes wurdes verfälscht, um die Morde zu vertuschen. 

In diesem Fall sehen wir die Beurteilung der Jüdin Klara Sara B., die auf Grund dieser Akte als „unbrauchbar“ eingeschätzt wurde. Bei ihrer Ermordung war sie 31 Jahre alt.

Menschen mit einer Behinderung waren nicht die einzigen Opfer der Nationalsozialisten. 
Schaue hier nach, wieviele Menschen und welche Gruppen während der NS verfolgt und ermordet wurden: