WhatsApp: Deine Privatsphäre im Griff

Mit WhatsApp kannst du Nachrichten schreiben, Fotos und Videos teilen sowie Sprach- und Videoanrufe mit anderen Personen führen

Das Risiko: Es besteht die Gefahr, unbedacht persönliche Daten preiszugeben.

Die Lösung: Schütze deine Privatsphäre. Unser Leitfaden bietet hilfreiche Sicherheitseinstellungen und Schritt-für-Schritt-Anleitungen für eine sichere Nutzung.

Schritt-für-Schritt-Anleitungen zu allen Einstellungen auf WhatsApp findest du auf medien-kindersicher.de. 

Ab welchem Alter darf man WhatsApp nutzen?

  • Vorgabe von WhatsApp: Die Nutzungsbedingungen sehen ein Mindestalter von 13 Jahren vor.

  • Datenschutz (DSGVO): In Europa dürfen personenbezogene Daten (wie Name, Telefonnummer oder IP-Adresse) ohne elterliche Zustimmung grundsätzlich erst ab 16 Jahren verarbeitet werden.

Fazit: Für Jugendliche unter 16 Jahren ist die Zustimmung der Eltern erforderlich.

Nachrichten senden und löschen

Die Häkchen erklärt

  • Ein grauer Haken: Die Nachricht wurde erfolgreich versendet.

  • Zwei graue Haken: Die Nachricht wurde auf dem Gerät des Empfängers zugestellt.

  • Zwei blaue Haken: Der Empfänger hat die Nachricht gelesen.

Tipp: Wenn du genau wissen willst, wann eine Nachricht zugestellt oder gelesen wurde, halte die Nachricht gedrückt und tippe oben auf das Info-Symbol (i)

Nachrichten löschen

Du kannst gesendete Nachrichten nachträglich entfernen. Halte dazu die Nachricht gedrückt und wähle das Papierkorb-Symbol.

  • Für mich löschen: Entfernt die Nachricht nur in deiner Ansicht.

  • Für alle löschen: Entfernt die Nachricht auch beim Empfänger.

Besondere Funktionen

  • Selbstlöschende Medien: Wenn du ein Bild oder Video verschickst, kannst du auf die kleine „1“ neben dem Senden-Button klicken. Das Medium wird nach dem ersten Ansehen beim Empfänger automatisch gelöscht.

  • Nachrichten markieren: Um wichtige Nachrichten schnell wiederzufinden, kannst du sie gedrückt halten und mit einem Stern markieren. Deine Stern-Markierungen findest du später zentral im Chat-Menü mit dieser Person unter „Mit Stern markiert“.

Einstellungen aufrufen

In den WhatsApp-Einstellungen verwaltest du dein Profil und entscheidest, welche Informationen andere über dich sehen dürfen.

  • Android: Tippe oben rechts auf die drei Punkte und wähle Einstellungen.

  • iOS (iPhone): Tippe unten rechts in der Menüleiste auf Einstellungen.

Den wichtigsten Bereich für deine Privatsphäre findest du dort unter dem Punkt Datenschutz.

Privatsphäre: Wer darf was sehen?

Deine Handynummer können viele Menschen haben und somit deine Informationen und Profilbild auf WhastApp sehen. Lege deshalb selbst fest, wer dein Profilbild, deine Kurzinformation (Info) und deinen Zuletzt online-Status sehen darf. 

  • Der Weg zu den Einstellungen: Öffne die Einstellungen und wähle den Menüpunkt Datenschutz.

  • Individuelle Steuerung: In diesem Bereich kannst du für jede dieser Informationen einzeln auswählen, ob sie für Jeder, Meine Kontakte oder Niemand sichtbar sind.

  • Lesebestätigungen: Über denselben Menüpunkt kannst du die Lesebestätigungen (die blauen Haken) deaktivieren.

Hinweis: Wenn du diese ausschaltest, kannst du selbst ebenfalls nicht mehr sehen, ob deine Nachrichten von anderen gelesen wurden.

Ausnahme: In Gruppenchats werden Lesebestätigungen immer gesendet.

Sicherheit: Ende-zu-Ende-Verschlüsselung

Deine Chats sind bei WhatsApp standardmäßig durch eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung geschützt. Das bedeutet:

  • Die Inhalte deiner Nachrichten, Anrufe und Statusmeldungen bleiben privat.

  • Nicht einmal WhatsApp selbst kann mitlesen oder mithören.

Wichtige Hinweise zur Speicherung:

  • WhatsApp speichert Nachrichten auf ihren Servern nur zwischen, bis sie vom Empfänger abgerufen wurden.

  • Nachrichten, die nicht innerhalb von 30 Tagen abgerufen wurden, werden automatisch gelöscht.

  • Du musst hierfür keine speziellen Einstellungen vornehmen, da die Verschlüsselung automatisch aktiv ist.

Handywechsel und Nummernänderung

Ein WhatsApp-Konto kann immer nur auf einem Smartphone gleichzeitig aktiv genutzt werden. Für den Wechsel stehen dir folgende Funktionen zur Verfügung:

  • Sicherheit erhöhen: Nutze die Verifizierung in zwei Schritten. Hierbei legst du eine persönliche PIN fest, die deinen Account zusätzlich schützt.

  • Nummer ändern: Wenn du eine neue Telefonnummer hast, kannst du dein Konto in den Einstellungen unter Konto auf diese übertragen.

  • Wichtiger Hinweis: Stelle sicher, dass die neue SIM-Karte bereits in einem Smartphone aktiv ist, da du zur Bestätigung eine SMS mit einem Code empfangen musst. Beim Ändern der Nummer werden deine Konto-Infos, Gruppen und Einstellungen automatisch mit übernommen.

Meinen Account löschen

Im WhatsApp-Menü kannst du bei den Einstellungen unter Konto auf Konto löschen klicken. Hier gibst du deine Telefonnummer ein und tippst auf Konto löschen.

1. Account in der App löschen

Gehe in WhatsApp auf Einstellungen > Konto > Konto löschen. Gib deine Telefonnummer ein und bestätige den Vorgang. Damit werden deine Daten von den WhatsApp-Servern entfernt.

2. App vom Smartphone entfernen

  • Android: Halte das WhatsApp-Symbol gedrückt und wähle „Deinstallieren“.

  • iPhone: Halte das WhatsApp-Symbol gedrückt, tippe auf „App entfernen“ (bzw. das Minus-Symbol) und bestätige mit „App löschen“.

Was passiert danach? Du wirst aus allen Gruppen entfernt, verschwindest aus den Kontaktlisten deiner Freunde und dein gesamter Chatverlauf auf dem Gerät ist gelöscht. 

Die neuen WhatsApp-AGB ab August 2026

WhatsApp gehört zum Meta-Konzern. Auch wenn deine Nachrichten durch die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung geschützt sind und von niemandem mitgelesen werden können, verarbeitet WhatsApp dennoch Metadaten. 

Dazu gehören Informationen wie:

  • Nutzungsdaten: Wann und mit wem du schreibst.

  • Geräteinfos: Dein Smartphone-Modell und deine IP-Adresse.

  • Zweck: Diese Daten helfen Meta, seine Dienste zu verbessern und Inhalte innerhalb der Unternehmensgruppe zu personalisieren.

In der Vergangenheit gab es viel Diskussion um AGB-Änderungen. In Europa gelten jedoch strenge Datenschutzregeln (DSGVO), die Meta beim Datenaustausch zwischen seinen Diensten (wie WhatsApp und Instagram) einschränken. 

Die Diskussion zum Datenschutz

Wenn du von der Startseite zur Profil-Übersicht gelangst, kannst du oben rechts bei den drei Punkten die Einstellungen aufrufen. Im Bereich Konto und Konto verwalten kannst du dein Passwort ändern. An dieser Stelle empfehlen wir dir unseren Leitfaden zum Erstellen eines sicheren Passworts und die Seite CheckDeinPasswort.de, um zu prüfen, ob dein Passwort stark genug ist.

WhatsApp erfasst deutlich mehr als nur deine Nachrichten. Dazu gehören Nutzungsdaten wie Häufigkeit und Dauer deiner Aktivitäten, wann du zuletzt online warst, und wie lange deine Anrufe dauern.
Außerdem werden Geräteinformationen wie Handymodell, Betriebssystem, Akkustand, Signalstärke, IP-Adresse und Bezeichner, die auch mit anderen Meta-Produkten verknüpft sein können, gesammelt – auch wenn du WhatsApp gerade gar nicht aktiv nutzt. Selbst wenn du den Standort nicht aktiv teilst, nutzt WhatsApp IP-Adressen und Vorwahlen, um deinen ungefähren Aufenthaltsort zu schätzen.

Wenn du die Kontakt-Upload-Funktion nutzt, überträgst du regelmäßig alle Telefonnummern aus deinem Adressbuch an WhatsApp – auch die von Personen, die WhatsApp nie genutzt haben. Von diesen Nicht-Nutzern speichert WhatsApp verschlüsselte Hashwerte der Nummern, um sie sofort erkennen zu können, falls sie sich später anmelden.

WhatsApp kann Daten auf Basis legitimer Interessen an Strafverfolgungsbehörden und andere Behörden weitergeben – auch ohne gesetzliche Verpflichtung, wenn WhatsApp nach eigenem Ermessen der Ansicht ist, dass dies rechtlich erforderlich ist.

Persönliche Nachrichten, Anrufe, geteilte Medien und der Status sind Ende-zu-Ende-verschlüsselt – auch WhatsApp selbst kann den Inhalt nicht lesen. Nicht verschlüsselt sind dagegen Profilbild, „Über mich“-Info sowie Gruppen- und Community-Namen und -Beschreibungen – diese kann WhatsApp einsehen.

WhatsApp teilt deine Daten mit anderen Meta-Unternehmen, etwa für Datenhosting, Business-Analytics, technischen Support, Rechtsbeistand und Sicherheitsprüfungen – und das mit Standorten in den USA, Irland, Großbritannien, Israel und Singapur. Wer Meta AI nutzt, gibt noch mehr preis: Meta erhält dabei allgemeine Standortdaten, Gerätekennungen, Log-Dateien und Nutzungsdaten.

Kontoinformationen und Einstellungen bleiben für die gesamte Lebensdauer des Accounts gespeichert. Nicht zugestellte Nachrichten werden bis zu 30 Tage aufbewahrt, Kundensupport-Kommunikation bis zu 90 Tage, und auch nach einer Account-Löschung können Daten aus rechtlichen Gründen länger gespeichert bleiben.

Als Nutzer in Europa hast du laut DSGVO das Recht auf Auskunft, Berichtigung, Löschung und Datenübertragbarkeit. Du kannst deine Daten über die App-Funktion Account-Info anfordern einsehen und über ein Online-Formular Widerspruch gegen die Datenverarbeitung einlegen. Beschwerden können bei der irischen Datenschutzbehörde eingereicht werden, da diese die zuständige Aufsichtsbehörde für WhatsApp in der EU ist.

Fazit

Fazit: Die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung schützt deine Nachrichteninhalte zuverlässig. Was WhatsApp jedoch über dein Verhalten, dein Gerät und deine Kontakte sammelt und im Meta-Konzern teilt, ist deutlich umfangreicher als viele Nutzerinnen und Nutzer ahnen. 

Wir haben dir dafür eine Liste mit Alternativen zu WhatsApp zusammengestellt.

WhatsApp-Alternativen

Neben WhatsApp gibt es noch einige weitere Messenger für dein Smartphone. Wir stellen hier mal drei davon vor:

Messenger:

Funktionen:

Vorteile:

Nachteile:

Signal

  • Versenden von Textnachrichten, Sprachnachrichten, Bildern, Videos, Dokumenten
  • Gruppenchats
  • Telefonfunktion 
  • Videoanruf
  • kostenlos
  • Ende-zu-Ende-Verschlüsselung
  • Einrichten von sich selbst löschenden Nachrichten
  • App kann auf dem Desktop mitgenutzt werden
  • Bei der Installation muss man sich mit der Telefonnummer registrieren. Damit ist man eindeutig identifizierbar.

Telegram

  • Versenden von Textnachrichten, Sprachnachrichten, Videonachrichten, Bildern, Videos, Dokumenten, Standorten
  • Gruppenchats
  • Telefonfunktion
  • Videoanruf
  • kostenlos
  • Optionale Ende-zu-Ende-Verschlüsselung & Selbstzerstörungsfunktion von Chats und Inhalten
  • App kann zusätzlich auf dem Desktop mitgenutzt werden
  • Die Funktion Kanäle ist stark in die Kritik geraten. Denn diese werden leider vermehrt von verschwörungs-theoretischen oder auch von rechtsextremen Gruppen verwendet.
  • Daten werden auf zentralen Server geladen, keine Kontrolle über Verwendung
  • Sicherheit der Ende-zu-Ende-Verschlüsselung umstritten

Threema

  • Versenden von Textnachrichten, Sprachnachrichten, Bildern, Videos, Standorten
  • Gruppenchats 
  • Telefonfunktion
  • Videoanruf
  • Ende-zu-Ende-Verschlüsselung 
  • App kann zusätzlich auf dem Desktop mitgenutzt werden
  • Kontakte sehen nur eine ID und nicht die Handynummer
  • Einmalige Kosten am Anfang (Android und iOS: 3,99€). Danach werden keine weiteren Gebühren fällig. 
  • Nachrichten können nur auf dem eigenen Gerät gelöscht werden.