Stress im Klassenchat

In vielen Klassen gibt es sie: Klassenchats. Häufig wird eine Gruppe in WhatsApp erstellt, wenn die neue Klassengemeinschaft sich an der weiterführenden Schule gerade kennenlernt. Oder bereits in der Grundschule, wenn ein Großteil der Klasse ein Smartphone und damit in der Regel auch WhatsApp zur Verfügung hat. Leider kommt es in vielen Klassen früher oder später zu Streit im Gruppenchat.

Klassenchats zum Austausch mit der Klasse

Kinder und Jugendliche nutzen Klassenchats zum Austausch, um sich in der Klasse zu positionieren (zum Beispiel als Klassenclown), aber auch für den Austausch wichtiger Informationen (Wann schreiben wir nochmal die Klassenarbeit? Haben wir morgen Vertretung in Sport oder bleiben wir im Klassenzimmer?)

Häufige Probleme im Klassenchat identifizieren

Probleme im Klassenchat können verschiedene Gründe haben:

  • Es wird zu viel und viel Unwichtiges geschrieben – die Nachrichtenflut ist überfordernd
  • Streitsituationen weniger aus der Schule werden im Chat mit allen diskutiert – im schlimmsten Fall kommt es zu Mobbing
  • Unangemessene Inhalte (zum Beispiel angstmachende Kettenbriefe) werden in der Gruppe verbreitet
  • Es werden ungefragt Bilder von anderen mit der ganzen Klasse geteilt

Schüler*innen versuchen diese Probleme häufig zu lösen, indem sie Einzelne aus dem Chat entfernen, oder neue parallel existierende WhatsApp-Chats erstellen, in die sie nur Klassenkameraden einladen, deren Verhalten sie als angenehm finden. Doch dann eskaliert die Situation erst recht: Es geht um Machtverhältnisse, das “dazugehören wollen” und Gerechtigkeit.

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Nora Bünger

Nora Bünger

Nora Bünger ist studierte Medienpädagogin und arbeitet mit Jugendlichen, Eltern und Lehrkräften gleichermaßen zusammen. Als Schülerreferentin sensibilisiert sie Jugendliche im Umgang mit persönlichen Daten und schult deren Medien- und Informationskompetenz. Die mehrfach ausgezeichnete Filmemacherin steht auch für Fragen der aktiven Medienarbeit zur Verfügung – ein Thema, welches auch einen Schwerpunkt ihres Studiums „Kultur- und Medienbildung“ darstellte.

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